Schlagwort-Archive: Potsdam

fürs Gruppenbuch nach Potsdam

Ach stimmt ja, POS damals: Einschulung mit fetziger, sechseckiger Zuckertüte (War da überhaupt was drin? Wir hatten doch nyscht.), Klassenlehrerunterricht Zeichnen (Lieblingsfach) bei Frau H., später Physik bei Herrn D. und als kulturelle Highlights die Besuche bei den Grenztruppen gleich nebenan in der Steinstrasse sowie bei der Patenbrigade in der Brauerei draussen in Rehbrücke. Mein Bildungsinstitut heiss genau wie ein 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung meiner Heimatbezirksstadt – bisschen langweilig, das empfand ich schon damals so (Widerstands-Mood, krass). Und weil es ja noch kein Internetz gab, wurde mit Filzstiften und Duosan Rapid in das sogenannte Gruppenbuch gebloggt: „Mein schönstes Erlebnis auf dem Weg zur entwickelten sozialistischen Persönlichkeit“, also sowas wie Wandertag zum Teufelssee, Pioniernachmittag an der NVA-Gulaschkanone, Schmazstullenbasar, Volkspolizisten volkseigene Nelken überreichen, Weihnachtsfeier im Kulturhaus Babelsberg usw usf. Aus POS wurde irgendwann EOS, und eine weitere Dekade später aus Potsdam dann Berlin. Die besten Klassenkumpels gerieten zur schwarz/weiss ORWO-Erinnerung im offline Photo Album, die Abitur-TüpInnen wenig später dann immerhin in Farbe.

20160907-gruppenbuch

v.l.o.n.r.u.: Kuh vorm fryheren Klamottenladen /cc Mutti, Gruppenbuch ftw, die glorreichen Vier, Umsteigen in Westkreuz

Und letzte Woche nun das: spontaner Ausritt in die brandenburgische Landeshauptstadt (mit Vertrödelung, weil ordentliche Bus-Haltestellen-Umgestaltung in Griebnitzsee) und ordentlich back in time mood (Im früheren „Textilzentrum“ sitzt jetzt eine Agentur für Eventtechnik.), weil der eine ehemalige Klassenkumpel und jetzige Sparkassenleiter in eine Gruppenrunde gerufen hatte, worauf drei weitere wackere (hej naja, mitten inna Woche … blöd wegen Schicht und so) Polytechnische-Oberschule-SchülerInnen den Weg in die mediterran (well) anmutende Lokalität in der Grossbeerenstrasse (die da unweit DEFA und Karl-Marx-Werk) fanden. Das war schon aufregend – besonders für mich, denn immerhin lagen die letzten Begegnungen mit diesen Menschen zu diesem Zeitpunkt 29 (noch mal in Zahl: 29) Jahre zurück. Mehr als ein Vierteljahrhundert, schon fast Sternzahl! Pizza und Piwo, auf Nachfrage bisschen aus meinem unaufgeregten Leben berichtet und noch mehr zugehört, und finally das Ziel dieser Mission erreicht: unser Gruppenbuch ausgeborgt. (Nun liegt es hier aufm IKEA-Wohnzimmertisch, und ich habe bis jetzt vor lauter Ehrfurcht noch nicht reingeschaut. Wirklich.)

Fazit: Kann man wieder machen. Vielleicht nicht erst wieder in 29 Jahren … das könnte eng werden. :)

fuffzichster Freifunk Potsdam Knoten

20150729-freifunk-potsdamIch bin zwar weder organisiert noch engagiert in der Freifunk-Szene tätig (Ja, ich weiss – das ist eigentlich überhaupt  nicht schwer!), lese aber dennoch als ehemaliger Potsdamer regelmässig die News des dortigen Ordens. Gerade hat man dort virtuell den fünfzigsten Knoten ins Mesh geschraubt.

Das freie Netz in Potsdam wächst und wächst. In unserer Liste aktiver Freifunkknoten haben wir die 50iger-Marke überschritten.

Gerade wandert der Blick hoch gen Wandregal zum eingestaubten Linksys WRT54GL, der dort seit Dekaden rumsteht und eigentlich mal … naja, siehe oben.

Potsdam: mit der Strassenbahn zur EOS 1

Damals als ich noch ein kleiner Jammerossi war, gab es in der brandenburgischen Landeshauptstadt – bzw. Bezirkshauptstadt Potsdam wie wir damals sagten – zwei EOS: die Helmholtz nahe des Holländischen Viertels mit Schwerpunkt Neusprachen- und gleich neben dem mittlerweile abgerissenen Mehrzweckbau „Drushba“ die meine Humboldt AKA EOS 1 mit Altsprachenunterrricht im Angebot (ausserdem tolle Foto AG und paramilitärisches Luftgewehrballern auf dem Dachboden). Hinschlendern wie zu POS-Zeiten oder mit MIFA-Klapprad hincruisen war nicht, weil zu weit. Also Strassenbahn. An dieser Stelle jetzt der apropos-Moment: YouTube-Fundstück der (Vor)Woche ist die oben eingebettete Bewegtbild-Aufnahme der Strecke. (Um genau zu sein: bei 7:42 min aussteigen und bisschen Fussweg, oder – falls noch Zeit – vorher fix in den Zeitschriftenladen gegenüber, um 60 Pfennig für den aktuellen technikus auf den Zeitschriftenverkaufstresen zu legen.)

zum Kampftag der Arbeiterklasse in Potsdam

Grundsätzlich mag ich ja dieses Event-Modell „Brunch“. Insbesondere, wenn Lokation und partizipierende Menschen Entspannung, und Käffchen in der Sonne erwarten lassen. 1. Mai in der brandenburgischen Landeshauptstadt (genauer gesagt l:dachterrasse), und das Wetter war auch toll! Gerade habe ich einige hyppsche Farbabzüge aus der PGH Foto abgeholt:

Wir schlendern zum Westauto.
Sowas klebt am Maybach der Gastgeber.
In diesem Gebäude wurde ich vor fast dreissich (!) Jahren jugendgeweiht. Walter Flegel las was vor, und am Ende des Tages gab’s von Omma und Oppa diesen krassen Westrekorder, der noch heute bei uns in der Küche steht. #transparenzkommentar
ORB – ich fand das Logo immer recht hyppsch.

Apropos Event: die guck ich mir von aussen an. Anti-Mute, dann gibt’s die volle Packung. Und dass Mensch sich ticketless nicht draussen vor dem Tore bzw. auf dem Hofe treffen kann – nun ja, da kann ich sowohl den Veranstalter als auch @tristessedeluxe verstehen.

Die @republica hätte gerne kommunizieren können, dass man ohne Ticket nicht auf den Hof kommt. #rp14 :-( http://t.co/qY8mNYJ1lm

— Tillmann Allmer (@tristessedeluxe) 29. April 2014