Durch das deutsche Schulwesen muss ein POSpedia Ruck gehen!

Ich kann mich noch gut an einen Kurzvortrag (typisches Ost-Wort, oder?) im Fach Erdkunde erinnern, in dem mein bester POS-Kumpel Ronny und ich was zum Thema Japan erzählten. Ja, Kapitalismus und so eben. Aber wir hielten uns nicht damit auf, wiederholt die offensichtlichen Nachteile dieser menschenverachtenden Gesellschaftsordnung zu exponieren – nein, eine andere Messettsch war diese Sache mit den Computern. Für mich zum damaligen Zeitpunkt noch ein absolutes Abstraktum – erst Jahre später konnte ich in Hauptstadt der DDR beim C64 des Cousins initial erleben, wie sich sowas in echt anfühlt – so ein Computer. 


klassische POS ohne POSpedia

Die Grundfaszination war irgendwie schon immer da. Und noch mal einen Schritt zurück: Schule und Computer – zwei Welten prallen aufeinander. Obwohl das nun schon mehr als zwei Dekaden her ist – den echten Durchbruch gab es da auch bis anno 2012 noch nicht, oder hab ich was verpasst? Jedenfalls nicht, wenn ich da an die Bildungseinrichtung der eigenen Jungadler denke. Irgendwo stehen ein paar olle Windows-PC herum, sorgfältig in der Ecke mit Staubplane vor allzu engagierter Benutzung beschützt – scheint jedenfalls immer so, wenn ich so ein Teil im Klassenraum oder im Hort entdecke.

Genug der persönlichen Note – eigentliche Motivation zur aktuellen Content-Produktion ist die jüngste D64-Iniative “Wir wollen digitale Lehrmittelfreiheit”. Schule – digital und frei, das passt ja richtig gut zu dem Finanzzeit-Artikelchen, dass es vor paar Tagen hier zu lesen gab und ordentich aufgeregte Verbreitung fand (/via news.me). Hauptinformation: die engagierte Lehrkraft wird praktisch zum Raubkopierer, wenn aktuelle Inhalte der Verlage in Eigenregie digital aufbereitet werden.

Beispiel: „Wenn ich nur eine einzige Seite aus einem Schulbuch einscanne und für die Klasse ins Wiki stelle“, sagt er, „mache ich mich strafbar.“ Unglaublich. Klar, ich kann den gemeinen Schulbuchverlag verstehen, der sowas bei Strafe seines Untergangs (das hab ich bei Marx geklaut, #hihi) unterbinden möchte (na gut, so wird es nicht formuliert – die Rede ist von neuen Ausgleichs-Vereinbarungen.) Noch mehr kann ich die Initiative von D64 verstehen, die eine Debatte zur “Neuordnung der Bereitstellung von Lehr- und Lernunterlagen” in Gang bringen möchte, die zu einem komplett neuen Konstrukt führen könnte: Schon mal an so eine Art Wikipedia für das deutsche Bildungswesen gedacht (Call it POSpedia von mir aus!) vielleicht?


muss nur noch eingebaut werden: fertiges POSpedia Environment

Ja, ziemlich revolutionär und die Gierschlunde von den Verlagen ziemlich in den Hintern tretend, ich weiss. Aber ihr wisst ja, ich lese erstens dem @jensbest die seine Tweets und habe mich zweitens schon in früher Schulzeit (s.o.) mit den Auswüchsen des Kapitalismus (das inkludiert selbstredend Bildungskapitalismus) auseinandergesetzt. So, #tasskaff now und dann schreibe ich eine Elektropost an @antischokke und @sebaso – mal anfragen, was an POSpedia relevanten Stuff und Data schon so vorhanden ist. 

  • http://lehrmittelfreiheit.d-64.org/
  • http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:digitales-lernen-copy-and-pay-in-der-schule/70038789.html
  • http://www.news.me/
  • http://twitter.com/jensbest
  • http://twitter.com/antischokke
  • http://twitter.com/sebaso